Samstag, 16. Juni 2007

People...

Heute erzähle ich euch etwas über die Leute, welche mich umgeben. Bisher habe ich echt nette Menschen getroffen, wenn es mir auch manchmal etwas schwer fällt, die vielen Gesichter und Namen zu merken...
Beginnen wir mit Denis, welcher mich von Nairobi nach Nanyuki gefahren hat, er ist einer der Fahrer des CETRAD, und hat mir die ersten paar Worte Kisuaheli beigebracht. Leider sind es inzwischen nur unwesentlich mehr geworden... Die Klassiker „wie geht’s, gut und danke“ kann ich aber immer wieder gut gebrauchen, vor allem bei den unzähligen Schulkindern, die sich teilweise regelrecht die Seele aus dem Leib schreien „How aaaaaaaarre yoooouuu?“ – Ein „mzuri, habari?“ bewirkt da Wunder und lässt sie mit grossen Augen ein scheues „mzuri“ erwidern.
Das Büro teile ich mit Ann, einer junge Kartographin, welche sehr hilfsbereit ist und mich auch regelmässig an die Teepause erinnert, wenn ich wieder mal ganz in meine Daten vertieft bin. Sie hört die ganze Zeit Gospelmusik und einige Lieder sind mir schon richtig zu Ohrwürmern geworden. Zusammen mit Ann und Betty, der Sekretärin, gehe ich oft Mittag essen und lasse mir die einzelnen Gerichte erklären, letzthin z. B. Ghiteri, ein Bohnen- und Maiseintopf, welcher nicht schlecht mundete.
Betreut werde ich hier von Philip Kungu, er ist aber eher eine „Notlösung“, da er eigentlich Hydrologe ist und sich weniger mit meinen Regen- und Bodendaten auskennt. Nichtsdestotrotz ist er hilfsbereit und hat mich bereits auf einen seiner Feldeinsätze mitgenommen. Dabei haben wir mehrere Grossfarmen (bis 700 Mitarbeiter!) besucht (allesamt in Besitz von Engländern – und zwar very british!) und die Regenfalldaten der letzten paar Jahre (!) abgeholt, bzw. von Hand abgeschrieben, wenn kein Kopierer vorhanden war... dauerte ein Weilchen.... ich spielte dabei eine Hauptrolle, da Kungu seine Brille vergessen hatte... unabsichtlich, wie er beteuerte hihi.
Den Chef des CETRAD, Boniface Kiteme, habe ich nur kurz in Nairobi getroffen, da er gerade für drei Wochen in die Schweiz verreiste. Ich wurde von Denis im Hotel abgeholt, zum Hilton kutschiert, wo jedes Auto auf Bomben untersucht wird, danach gings mit Kiteme zum Flughafen und wieder zurück ins Hotel.
Die guten Seelen des Hauses, in dem ich wohne, heissen Ben und Cecilia, wohnen etwa 5 min durchs „Gestrüpp“ entfernt und versuchen mir alle kleinen und grösserern Sorgen abzunehmen. Sie entsorgen z. B. den Abfall, obwohl entsorgen wohl das falsche Wort ist, ich befürchte, dass alles in dem säuberlich ausgehobenen Loch neben Bens Haus landet :-S Und all diese Plastiktüten hier werden wohl noch etliche Jahre in den Strassengräben lagern...
Unseren Nachtwächter Godana habe ich bereits erwähnt, er kann etwa soviel Englisch wie ich Kisuaheli, aber sein verschmitztes Lachen ist international verständlich. Er muss ein ganz zäher Bursche sein, denn es ist ein harter Job, die ganze Nacht ums Haus zu patroullieren, vor allem, solange die Regenzeit noch andauert.

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